Rund um die Welt – Auf der Suche nach der Sonne

von Elke Neumann

Am 11. Januar 2015 kam ich in Abu Dhabi an. Auch das übrige Solar-Impulse-Team tröpfelte so langsam ein. In Europa war der Winter sehr kalt mit viel Schnee; in Nordafrika liefen wir hingegen meist im T-Shirt herum. Zwei Monate lang Sonne pur! Die meisten Teammitglieder waren wie ich neu auf dem Projekt. Wir beschnüffelten uns vorsichtig. Es war vorgesehen, dass wir in den zwei Monaten in Abu Dhabi unser Flugzeug zum Fliegen bringen wollten.

Abflug von Solar Impulse zur Weltumrundung

Wie aus einem bunten Haufen ein Team wurde
Für mich war es eine anstrengende Zeit. Alles war neu. Ich komme von der Unternehmensseite (Kommunikation) her, und bei Solar Impulse funktionierte alles anders. Erst einmal gab es keine starken und straffen Strukturen, was bei einem Projekt wie diesem auch nicht anders möglich ist. Zweitens waren wir ein zusammengewürfelter Haufen von Menschen verschiede-ner Kulturen, Backgrounds und Altersgruppen. Das hat dieses Projekt sehr spannend gemacht. Ich selber war in einem Team, das zur Hälfte in Europa stationiert war; die andere Hälfte – ich und zwei Kolleginnen – waren eben auf dem Round-the-world-trip. Alles war neu: Strukturen, Prozesse, Arbeitsabläufe; dazu kam die Zeitverschiebung, die mit jedem Land, das wir bereisten, immer schwieriger zu koordinieren wurde. Am Anfang gab es wenig Austausch zwischen den verschiedenen Teams – doch das sollte sich schnell ändern. Ich entwickelte mich langsam aber sicher zur Team-Event-Organisatorin. Wir verbrachten unglaubliche Momente miteinander: die intensivsten Momente erlebten wir ausserhalb des Arbeitsalltags. Diese gemeinsamen Erlebnisse schweissten uns unglaublich fest zusammen. Und ich fand mich bestätigt in meinem Credo, dass man manchmal einfach voranschreiten muss – und die Menschen werden dir folgen.

Frauen des Solar Impulse-Teams

Wie halte ich Journalisten vom Flugzeug fern?
Nach rund zwei Monaten in Abu Dhabi starteten die ersten Testflüge. Endlich waren wir be-reit für die normalen Flugoperationen. Ich war unglaublich nervös am Anfang, denn es standen immer sehr viele Medienvertreter/innen ganz nah ums Flugzeug herum – und Sicherheit hatte erste Priorität. Wir organisierten drei Pressekonferenzen für die Weltpresse. Das war sehr auf-wändig und brauchte viele Nerven! Die Zeit in Abu Dhabi war keine einfache für mich. Im Nach-hinein war sie jedoch wichtig als Basis für meine persönliche Entwicklung während des Pro-jekts. Ich musste mir selber Grenzen setzen, um mit meinen Ressourcen haushalten zu kön-nen. Die Work-Life-Balance war ziemlich aus dem Gleichgewicht: Ich hätte rund um die Uhr ar-beiten können, so viel gab es zu tun. Ich lernte auch, mich zu behaupten. Und ich lernte täglich von all den wunderbaren Menschen, die die beiden Pioniere von Solar Impulse, Bertrand Pic-card und André Borschberg, für dieses einzigartige Projekt aus aller Welt zusammengetrommelt hatten.

Ansturm von Kamera-Teams und Journalisten

Mit anderen Worten: Mit Solar Impulse lebte ich meinen Traum. Einen Traum, den ich schon lange mit mir herumgetragen hatte. Im nächsten Blog-Beitrag berichte ich über die bunte, verrückte Zeit in Incredible India.

Elke Neumann mit Supportteam-Mitarbeiterin vor Ort

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Kommentar von Stéphane G. |

Toller Bericht, Elke! Merci.

Kommentar von I. Hach-Neumann |

Sehr interessant. Weiter so, kann auch ich nur sagen.